Der freundliche Nazi von nebenan – Die neue Rechte und die “Identitäre Bewegung”

“Woran erkennt man einen Anhänger oder Sympathisant der rechten Szene?” ist eine immer schwieriger werdende Frage. Denn Bomberjacke, Glatze, grobes Auftreten und Pöbelei sind längst nicht mehr Teil des Standardrepertoires der jüngsten rassistischen Bewegungen. 

Eine rechte Szene gab es schon immer und es wird diese vermutlich in gewissem Maße auch immer geben. Doch gerade in letzter Zeit bekommen wir deutlich zu spüren, dass die Menschen unzufrieden sind. Doch nicht die NPD mit ihrem offen auf purem Hass aufbauendem Programm gewinnt an Zuwachs, sondern zahlreiche kleine Gruppierungen. Gruppierungen, die ein klares “Ausländer raus” in blumigen Formulierungen verstecken.

Moderne Neonazis verstehen sich darauf, ihre eigentlichen Interessen geschickt zu verschleiern. Sie distanzieren sich von vielen klassischen Aussagen der rechten Szene. “Nicht rassistisch sondern identitär” lautet die Devise der “identitären Bewegung”, die unvorsichtige Menschen in die Irre führen soll.

Das neue an der “Identitären”: Das Ziel sei nicht, gegen “die Anderen” zu sein, sondern “nebeneinander” her zu existieren. Ein miteinander wiederum versteht die Gruppierung als eine Art “die Identität gefährdendes Multi-Kulti-Gehabe”.

Das tatsächliche Ziel ist klar: Durch eine vorgetäuschte pseudotolerante Herangehensweise sollen Grenzen verschwimmen. Was klar rassistisch ist, soll massentauglich gemacht werden. Feindbilder werden – vorgeblich – nicht mehr offen angegriffen, sie werden “passiv” ausgegrenzt. Hass wird nicht mehr (offen) propagiert, er wird subtil geschürt.

Bewegungen dieser Art sind geschickt, gefährlich und nicht zu unterschätzen.

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