Killerspiele 90er Jahre

Man könnte meinen, steigende Gewalt, Amokläufe und co hätten ihren Ursprung in sozialen Unruhen, oder in privaten Problemen des jeweiligen Individuums. Das möglicherweise eine soziale Isolierung eines Jugendlichen der Grundbaustein für sich aufbauende Agressionen verantwortlich sein könnte. „Alles quatsch“, sagen da die Technik-versierten Profis.

Der Ursprung von Prügeleien, Totschlag, „belohnter Mord“, Verrohung sämtlicher moralischer Werte liegt natürlich nicht im sozialen Umfeld, er liegt in den monotonen, gar gefährlichen Hobbies der potentiellen Amokläufer: den sogenannten „Killerspielen“. Denn das klicken einer Maus senke die Hemmschwelle zum betätigen eines Abzugs.

Schon in den frühen 90ern fingen diese Spiele an, sich langsam in unsere Gesellschaft zu schleichen. Ein grausames Beispiel hierfür ist ein Spieltitel, der nicht nur allgemein sehr beliebt war, er war zudem auch noch ohne jegliche Alterbegrenzung! Man schlüpfte dort in die Rolle eines seltsam grünen Wesens, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, das Land von „dem Bösen“ zu befreien.

Um seinen Gegener auszuschalten gibt es diverse Möglichkeiten. Einerseits, kann man diese ganz simpel zu tote Trampeln. Doch diese „harmlose“ Variante ist nicht immer die beste Lösung, denn sie gibt keinerlei Vorteil. Eine Weitere Möglichkeit ist das Verspeisen der Gegner. Hierbei wird auf Knopfdruck eine lange, Froschzungen ähnliche Zunge ausgefahren und an den Gegner geheftet. Dieser wird darauf hin bei lebendigem Leibe in den Mund des Wesens gezogen.

Die dritte Möglichkeit sich seiner Gegner zu entledigen setzt voraus, dass man einen Gegner zuvor einverleibt hat. Es gibt nun die Möglichkeit den aufgenommenen Gegner im Mund zu verwahren und (noch immer lebendig) auf einen weiteren Gegner zu schmeissen und beide Wesen an einander zerschellen zu lassen.  Alternativ kann man den Gegner herunterschlucken und ihn in einem fixen Verdauungsprozess in ein Ei umwandeln. Diese Überbleibsel, quasi eine Art Kadaver, können dann wieder auf beliebige Gegner geschossen werden.

Die verantwortliche Firma bedient sich in beinahe all Ihren Spielen ähnlicher Mechanismen. Das damals die Menschen nicht angefangen haben einander aufzufressen und anschließend mit ihren Opfern herumzuspucken, ist demnach nur ein Wunder, aber die Möglichkeit sei gegeben gewesen.

Das genannte Spiel ist natürlich (sollte man es nicht bereits erkannt haben) “Yoshi’s island”… Deshalb ist es natürlich logisch zu sagen, dass man gegen die Gewaltauswüchse der aktuellen Spiele angehen muss. Denn soziale Probleme zu beseitigen wäre ja richtige Arbeit und warum sollte man in diesem Falle nicht den bequemeren Weg nehmen…

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Seriously… Genauso wie Kinder unterscheiden können, dass das Geschehene in “Yoshi’s Island” nicht real ist, ist für einen Menschen der Klicken einer Maustaste weit entfernt vom Betätigen eines Abzuges einer Waffe…

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